Sonnenallergie: Wie man die Haut schützt und den Sommer trotzdem genießen kann
Sonnenallergie: Wie man die Haut schützt und den Sommer trotzdem genießen kann
Warum es wichtig ist, über Sonnenallergie Bescheid zu wissen — was dahintersteckt und welche Stoffe in Medikamenten, Kosmetik, Haushaltsprodukten oder Lebensmitteln die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen können.
Der Begriff „Sonnenallergie“ ist eigentlich kein medizinischer Fachbegriff. Korrekt spricht man von Photodermatose oder Photosensibilisierung — einer erhöhten Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlen.
Dabei reagiert das Immunsystem auf Sonnenlicht mit Entzündungsreaktionen der Haut.
Wie äußert sich eine Sonnenallergie?
Nach dem Aufenthalt in der Sonne können auftreten:
– Hautrötungen
– Brennen oder Schmerzen
– Juckreiz
– Ausschlag oder kleine Bläschen
– Quaddeln
– manchmal auch Kopfschmerzen oder erhöhte Temperatur
Die Symptome können bereits nach wenigen Minuten auftreten — manchmal aber auch erst Stunden oder sogar Tage später.
Wer ist besonders betroffen?
1. Menschen mit genetischer Veranlagung
Bei manchen Menschen besteht eine angeborene erhöhte Lichtempfindlichkeit oder eine besondere Reaktion des Immunsystems. Häufig zeigen sich die Symptome bereits in Kindheit oder Jugend.
2. Menschen mit Kontakt zu photosensibilisierenden Stoffen
Bestimmte Medikamente, Kosmetika, Pflanzenstoffe oder Lebensmittel können die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung machen.
3. Menschen mit erhöhter Histaminbelastung
Es gibt die Hypothese einer sogenannten Histamin-Sensitivität. Dabei kann ein Ungleichgewicht im Histaminstoffwechsel entzündliche Reaktionen verstärken — einschließlich Hautreaktionen auf Sonne.
Was kann die Lichtempfindlichkeit erhöhen?
Medikamente
Unter anderem:
– hormonelle Verhütungsmittel
– Ibuprofen und andere entzündungshemmende Medikamente
– bestimmte Antibiotika
– Statine
– Antidepressiva
– einige Antihistaminika
Deshalb lohnt es sich immer, die Packungsbeilage zu lesen.
Kosmetik und Hautpflege
– Produkte mit AHA-Säuren
– Retinoide
– aggressive Peelings
– manche ätherische Öle (z. B. Bergamotte oder Zitrusöle)
– bestimmte Duftstoffe
Sonnencremes
Einige chemische UV-Filter wie Oxybenzon (Benzophenon-3) können bei empfindlichen Menschen problematisch sein.
Haushaltschemikalien
Aggressive Reinigungsmittel können die Hautbarriere zusätzlich belasten.
Pflanzen und Kräuter
Dazu gehören unter anderem:
– Johanniskraut
– Ginkgo biloba
– Sellerie
– Bärenklau
– Fenchel
– Pastinake
Lebensmittel, die die Photosensibilität erhöhen können
Besonders interessant sind sogenannte Furocumarine — natürliche Pflanzenstoffe, die in größeren Mengen die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung machen können.
Sie kommen vor allem vor in:
– Grapefruit
– Orange
– Pomelo
– Sellerie
– Feigen
– Pastinaken
– Fenchelsamen
Das bedeutet nicht, dass diese Lebensmittel grundsätzlich „schlecht“ sind. In bestimmten Situationen können sie sogar therapeutisch genutzt werden. In Kombination mit intensiver Sonne kann jedoch eine erhöhte Hautreaktion entstehen.
Große Mengen Selleriesaft oder Zitrus-Smoothies direkt vor einem Strandtag sind daher möglicherweise keine gute Idee.
Sichtweise der traditionellen Medizin
In östlichen Medizinsystemen wird Sonnenallergie häufig als Zeichen von „innerer Hitze“ oder chronischer Entzündung betrachtet. Interessanterweise überschneidet sich dieser Ansatz teilweise mit modernen Hypothesen rund um Histamin, Entzündungsprozesse und die Belastung von Leber und Immunsystem.
Habt ihr bei euch Zusammenhänge zwischen Ernährung, Kosmetik oder bestimmten Produkten und einer Verschlechterung der Symptome bemerkt?